PETER ANGELE
Von ein paar Reisen



Donnerstag, 30.08.2012 - Zum Kelimutu und nach Maumere


Kelimutu


Die Strasse zum Kelimutu ist geteert. Ab Moni sind es etwa 13 km. Das ganze Gebiet ist ein Nationalpark. Nicht nur hier, auch andernorts scheinen die Behörden die Pflege der Nationalpärke sehr ernst zu nehmen. Das kostet etwas. Als Fremder bezahle ich 6'000 IR, meine Begleiter als Einheimische je 2'500 IR. Für die Kamera (Spiegelreflex; je nach Kameratyp verschieden) lege ich aber nochmals 50'000 drauf. Der Fussweg führt anschliessend vom Parkplatz durch einen regelrechten botanischen Garten zu den Kraterseen hinauf. Eine Horde Affen begrüsste uns. Als wir den ersten See erblickten - es geschieht plötzlich, erst wenn man am Geländer der Galerie steht, die sich direkt am Rand der senkrecht abfallenden Felsen befindet -, hatten wir nur eines: ein 150%iges Whow!-Erlebnis!

Auch der zweite See, der saphirblaue, war beeindruckend. Da er weiter entfernt vom Weg ist, ist der Eindruck aber ein anderer. Dieser See wirkt, im Gegensatz zum ersten, geradezu beruhigend. Eine endlos lange Treppe führt zum Aussichtspunkt hinauf, von dem aus man auf alle drei Seen blickt. Der dritte liegt etwas abseits, auf der anderen Seite des Wegs. Er liegt tiefer unten und ist so dunkel, dass man ihn zurecht den 'schwarzen' nennt. Als wir oben waren, schien die Sonne auf alle drei Kraterseen hinab. Das wollten wir auch so. Denn die meisten Besucher gehen sehr früh auf den Vulkan, um dort den - allerdings legendären - Sonnenaufgang zu erleben. Wir aber wollten dort sein, wenn die Sonne auch auf die Seen scheint, und nicht nur Schatten dort herrscht. Das war auch der Grund, dass wir weit und breit die einzigen waren.


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Der Kelimutu ist ein sogenannter Komplexvulkan, mit mehreren Kratern. Er ist 1639 m hoch und der letzte Ausbruch war 1968. Die verschiedenen Farben der Kraterseen wechseln in unregelmässigen Abständen. Der grüne kann mal braun sein, der schwarze rot. Nur der mittlere, grösste, bleibt immer saphirblau. Der Grund liegt in verschiedenen Mineralstoffen, die jeweils im Wasser gelöst sind. Die Aufnahme der paar verschiedenen Gesteinsbrocken im letzten Bild soll das etwas veranschaulichen.

Der Kelimutu ist für die Einheimischen ein heiliger Berg. Dazu gibt es eine schöne Legende: Die Seelen der jungen Menschen wandern zum warmen, saphirblauen See, dem Tiwu Nuwa Muri Koo Fai, die der älteren Menschen zum Tiwu Ata Polo, dem kälteren, zur Zeit grünen See. Die Seelen der Bösewichte aber wandern zum schwarzen See, zum Tiwu Ata Mbupu.


Letzte Etappe - Maumere


Danach ging's geradewegs nach Maumere, mit 70'000 Einwohnern die grösste Stadt auf Flores. Es wurde ein gestresster Tag. Wir hatten gestern schon entdeckt, dass es mit den Reifen unseres Wagens nicht zum Beste stand; die waren bereits bis zum Stahlgewebe abgefahren. Ob sie noch hielten? Als wir den Flughafen glücklich erreicht und Agus ausgezahlt hatten, traf uns ein wirklicher Schrecken: Wo war mein restliches Geld, das ich jetzt für unsere Flugtickets brauchte, um wieder nach Denpasar zurück zu fliegen? Für drei Personen brauchte ich etwas über 5 Millionen Rupiah und musste dazu 600 Schweizer Franken wechseln. Wir mussten noch an diesem Tag wechseln, denn am nächsten Tag war Freitag, also muslimischer Feiertag, und da hatten alle Geschäfte und Banken zu. Nun, wir schaukelten die Sache, und ich fand das Geld schliesslich doch noch, alles lief gut ab. Noch ein Tipp: In Flores ist es kein Problem, US-Dollars zu wechseln; mit Schweizer Franken und auch Euro hat man aber Schwierigkeiten. Nur wenige Banken nehmen diese Währungen an.


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Ein Taxifahrer brachte uns in ein kleines Hotel, Gardena, in dem viele Backpacker absteigen. Preis in der 'Billigklasse' 60'000 pro Zimmer. Auf der Suche nach einem Restaurant fanden wir das 'Golden Fish Restaurant', von Chinesen geführt, mit offener Küche und der Möglichkeit, aus grossen Bassins seinen Lieblingsfisch oder -lobster selber auszuwählen. Ausserdem war da die Terrasse, direkt am Meer, mit Sicht auf den Pier, wo soeben ein grosses Passagierschiff der nationalen Schifffahrtsgesellfschaft Pelni (Pelayaran Nasional Indonesia) anlegte. Wir genossen das beste Essen der ganzen Woche und eine der schönsten Aussichten. Was will man mehr?

P.S.: Das war der einzige Abend, wo wir wirklich um Insektenschutz froh waren; die anderen Nächte verbrachten wir immer auf 1000 Meter und mehr, und dort war es empfindlich kalt. Wer nach Flores geht, darf unter keinen Umständen warme Kleider (Pulli, Kapuzenjacke) vergessen.



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