PETER ANGELE
Biografisches

Biografische Eckdaten

  • Geboren (28. Mai 1947) und aufgewachsen bin ich in Arbon. Die Umgebung wirkte prägend: Arbon war eine Arbeiterstadt (Saurer), die Lage am Bodensee war enorm wichtig (Weite!). Der Vater war Primarlehrer und besass eine grosse Bibliothek (Wissensdurst stillen!). Das alte Schloss als Wohnort war ein einziger, riesiger Abenteuerspielplatz.

  • Kantonsschule in Frauenfeld. Matura Typ C (Schwerpunkt Naturwissenschaften) im Herbst 1966. Trotz vorwiegendem Interesse an Naturwissenschaften erste Versuche in bildender Kunst. Acrylbilder, Collagen aus Metall, Holz, Farbe und andern Materialien. Grosses Interesse an Pop- und Op-Art, Surrealismus, Tachismus und Jugendstil. Und an Rockmusik und modernem Jazz.

  • Ab 1967 Studium in Zürich, zuerst Biologie, dann Soziologie und Politik. Abbruch des Studiums, weil unterdessen eine Berufsperspektive als "Akademiker" für mich völlig uninteressant und unwichtig erschien. Grund war eine totale Ausrichtung aller Aktivitäten, ja des ganzen Lebens, auf die Politik. Jahrelanges Engagement in politischen Linksorganisationen und 3.-Welt-Gruppen.

  • Das Interesse an der Kunst war nie erloschen. Nur waren die Ansichten darüber von der Politik bestimmt: Sämtliche künstlerischen und überhaupt kulturellen Aktivitäten sollten dem Primat der Politik untergeordnet werden. Sie sollte Teil unseres politischen Kampfes für eine bessere Gesellschaft sein. Ich hatte aber nie Mühe mit den verschiedensten Formen ("Stilen"), unter denen Kultur und Kunst in Erscheinung traten. Ich war immer offen für Avantgardistisches und weit entfernt von dem, was "sozialistischer Realismus" genannt wurde. Besondere Faszination übte auch der Dadaismus aus.

  • Die Jahre darauf zerfiel die politische Bewegung, der ich mich zugehörig fühlte. Es folgte Job auf Job (schliesslich herrschte damals noch "Hochkonjunktur"...). 1982-84 besuchte ich noch einige Seminare am Ethnologischen Institut der Uni Zürich, sowie einige wenige Kurse in Malen und Fotografie an der F+F ("Form und Farbe"), Kunstschule in Zürich.

  • Die frühen 80er-Jahre brachten nochmals frischen Wind in Politik und v.a. auch Kultur. Neue Techniken und Technologien hielten auch in der Kunst Einzug, z.B. der Laserdruck und Video. Collagen waren z.B. eine beliebte Darstellungsform. Auch der Comic erlangte als selbständige und anerkannte Kunstform den Durchbruch. Ich experimentierte einige Zeit u.a. mit Feuer und Zündschnur. "Pyromani-Art" nannte ich das.

  • Die Szene in Zürich gefiel mir immer weniger. Traditionelle Arbeiterquartiere - in denen ich, meist in WG's, wohnte - wurden mehr und mehr von reicheren Yuppies überschwemmt. Viele waren ich-besessene WichtigtuerInnen, die u.a. eine Art von 'Kultur' entwickelten, die immer kommerzieller und flacher wurde. Die 'Spasskultur' begann, 'Events' und 'Lifestyle' wurden das Wichtigste. Schein und banaler Aktivismus beherrschten nun die Szene. Ich hatte die Bindung an Zürich sukzessive verloren und landete - eigentlich nur kurzfristig geplant - wieder in der Ostschweiz, diesmal in St.Gallen. Jetzt galt's für's Leben zu jobben; die 'Konjunktur' war rau und das Arbeitsklima immer eisiger geworden. Schliesslich wurden nunmehr fast 20 Jahre Aufenthalt in St.Gallen daraus. Dabei war und ist meine Beziehung zu dieser Gegend immer äusserst widersprüchlich geblieben.

  • Reisen und Reisefotografie wurden zu meiner Lieblingsbeschäftigung. Die Erlebnisse und Eindrücke in andern Ländern (Kuba, USA, Kanada, Russland (Sibirien, Altai), Osteuropa, Andalusien, usw.) waren sehr wichtig. Und ab 1990 begann ich wieder zu malen. Auch Collagen und Skulpturen entstanden. Ich beteiligte mich an zwei Wettbewerben. - Dann folgten nochmals einige Jahre, in denen ich "Kunst" fast nur (passiv) konsumierte (Ausstellungsbesuche usw.).

  • Durch Zufall erhielt ich Mitte der 90er-Jahre die Möglichkeit, eine grössere Ausstellung zu organisieren. Nicht für mich selbst, sondern für den Maler Helmut Etter. Diesen lernte ich erstmals 1997 in dessen damaligen Domizil in Astano (TI) kennen. Es war der Beginn einer sehr wichtigen Freundschaft und Zusammenarbeit. Zwei Jahre später, im Spätherbst 1999, stand die Ausstellung in Heiden, mit fast genau 100 Bildern.

  • Dieser Erfolg war auch der wichtigste Grund, selber wieder mit der Malerei anzufangen. Der zweite Grund war, dass ich im Sommer 1999 meine jetzige Lebenspartnerin, Erika Muhr, kennenlernte. Sie hatte bis anhin zwar keine Beziehung zur Kunst. Diese Ausstellung in Heiden und eine längere Reise nach Indonesien (wo ich mich unterdessen auch schon einige Male aufhielt) hatten jedoch spontan den Sinn für Farbe und Formen in ihr geweckt. Es war daher eine Riesenfreude, als sie selber, ohne irgendwelche Vorkenntnisse, selber auch zu malen begann.

  • Mit dem Acrylbild "Dämmerungstänzer" begann eine neue - die aktuelle - aktive künstlerische Phase. In welche Richtung geht es weiter?

  • Geld verdienen ist die andere Seite. Die notwendigen 'Talerchen' zum (über-)leben verdiente ich mir deshalb in wechselnden Jobs. Ohne die kann ich (noch?) nicht leben... Zudem darf ich die künstlerischen Arbeiten nicht auf die Seite schieben. Diese will auch immer neu überdacht und ausgerichtet werden. Und das ist auch ein 'ewiger' Kampf gegen Opportunismus und Bequemlichkeit.

  • Und noch etwas, Wenn Sie eine Ausstellungsmöglichkeit kennen, lassen Sie's mich doch bitte wissen!....



Ausstellungen

  • Gossau SG, Andreaszentrum, Gossauer Künstlertage, November 2003
  • Heiden, Hirslanden - Klinik am Rosenberg, Januar/Februar 2006 (Ausstellung zusammen mit Helmut Etter)
  • St.Gallen, quARTier 2008, September 2008; Ausstellung anlässlich des east-end festivals, St.Maria - Neudorf, St.Gallen
  • Rorschach, Galerie/Rahmungsatelier J.Hermann, Feb./März 2009
  • St.Gallen, quARTier 2010, September 2010; Ausstellung anlässlich des east-end festivals, St.Maria - Neudorf, St.Gallen
  • KaM - kunst-am-mARkT, Oktober 2012, Grüningerplatz, St.Gallen
  • Praxisräume von PhysioTop, St.Gallen, Dezember 2013 - Februar 2014

Schriften

  • PA-KU - Anmerkungen über mein Verhältnis zur Kunst, Broschüre, Eigendruck, 2006